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Der Einfluss des Nationalsozialismus bei den Deutschen in der Bukowina und im Banat

Mariana Hausleitner

Abstract


Die Gründe für den Einfluss des Nationalsozialismus waren in den beiden Regionen Großrumäniens dieselben: die negativen Folgen der forcierten Rumänisierung und der Weltwirtschaftskrise sowie die Unterstützung der Rechtsradikalen durch das Reich. Auch die wichtigsten Trägergruppen waren fast identisch: Jugendliche, Lehrer und ärmere Bauern. Aufgrund der territorialen Verluste Rumäniens unterschieden sich ab 1940 die Entwicklungen. Nach der sowjetischen Besetzung der Nordbukowina wurden die Deutschen umgesiedelt. Sie dienten der Volksdeutschen Mittelstelle als ‚Menschenmaterial‘ zur Vertreibung von Polen und Franzosen aus besetzten Gebieten. Im Banat wurden seit 1943 die jungen Männer zur Waffen-SS rekrutiert und waren an Verbrechen besonders im besetzten Jugoslawien beteiligt. Vor Ort gab es lediglich Übergriffe gegen deutsche Männer, die nicht zur SS wollten oder sich gegen Evakuierungen wandten. Rumänische Behörden verhinderten, dass sich Schwaben in größerem Umfang jüdischen Besitz aneigneten.

Gemeinsam ist den Deutschen beider Regionen, dass nach 1945 die Mittäterschaft an nationalsozialistischen Verbrechen lange ausgeblendet wurde. Aus Rumänien wurden im Januar 1945 viele Arbeitsfähige zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Prozesse wegen Kriegsverbrechen von Deutschen waren in Rumänien selten, weil sich viele Täter in die westlichen Besatzungszonen Deutschlands abgesetzt hatten. Bei den dortigen Überprüfungsverfahren wurden auch führende Nationalsozialisten nur als „Mitläufer“ eingestuft.


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© 2020 Zeitschrift für Balkanologie (ISSN 0044-2356) Gefördert durch DFG Harrassowitz Verlag Logo