Die Nachbarn Bulgariens im Spiegel der Karikaturen "Balkanski Papagal" (1915–1927)

Autor/innen

  • Katerina Gehl
  • Petăr Petrov

Abstract

Die Wahrnehmung und die Kategorisierung von Nachbarvölkern und -ländern, von historischen und gegenwärtigen Realitäten finden sich bekanntlich in jedem südosteuropäischen Land durch eine beträchtliche Zahl stereotyper Vorstellungen und Einstellungen beeinflusst. Die Autoren nehmen mehr als 300 politische Karikaturen unter die Lupe, die in Bulgarien 1915–1927 in vierfarbigem Großformatdruck unter dem Titel „Balkanski papagal“ erschienen sind, und untersuchen zum einen, welche bulgarischen Stereotypen über Serben, Griechen und Rumänen der Karikaturist aufgriff und zum anderen, wie diese mentalen Bilder in konkreten visuellen Bildern Gestalt annahmen. Bei der Wahl der Karikatur als geeignetes Material für die Stereotypenforschung gehen sie theoretisch davon aus, dass eine gelungene Karikatur die Erfahrungen und Stereotypen des Publikums aufnehmen und ansprechen muss. Da die „Balkanski papagal“-Karikaturen in öffentlichen Räumen an die Wände gehängt wurden, wo sie Diskussionen unter den zahlreichen Betrachtern auslösten, liegt die Vermutung nahe, dass die als graphische Bilder visualisierten Stereotypen die bereits bestehenden Bilder „in den Köpfen“ neu hervorgerufen und dadurch verstärkt haben.

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Veröffentlicht

2005-10-01

Zitationsvorschlag

Gehl, K., & Petrov, P. (2005). Die Nachbarn Bulgariens im Spiegel der Karikaturen "Balkanski Papagal" (1915–1927). Zeitschrift für Balkanologie, 41(2). Abgerufen von https://zeitschrift-fuer-balkanologie.de/index.php/zfb/article/view/60

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