Auf der Trennlinie des Lebens: Migrantenfiguren und ihre Marginalisierung in der Literatur

Milica Grujičić

Abstract


Der Beitrag untersucht das Problem des marginalen Menschen und dessen gespaltener Identität in den Werken von gegenwärtigen, aus dem Balkan stammenden Literaten, die im deutschsprachigen Gebiet leben und schreiben. Autoren wie Ilija Trojanow, Cătălin Dorian Florescu und Saša Stanišić greifen gerne migrationsbezogene Themen in ihren Werken auf, da sie das Drama der Anpassung in einem fremden Land selbst durchlebt haben. Dabei beschreiben sie den mühsamen Kampf des Migranten in der neuen Umgebung und betonen dessen Gefühl der Entfremdung.
Jeder Einwanderer erfährt eine unangenehme Umorientierung und wird oft im sprachlichen, kulturellen sowie im soziologischen Sinne ausgeschlossen. Diese Marginalisierung der Migranten und deren innerer Konflikt (als das Produkt des Lebens zwischen zwei Kulturen) wird hier in erster Linie von Interesse sein. Als Grundlage werden die Ideen der Amerikanischen Soziologischen Schule der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts herangezogen: Das Parksche und Stonequistsche Konzept vom marginalen Menschen findet Anwendung in unserer Interpretation von Figuren und Motiven. Dabei wird ein neues Licht auf die doppelte Persönlichkeit von modernen Migranten geworfen.

 

Schlüsselwörter:  Marginaler Mensch, Migrant, gegenwärtige deutschsprachige Literatur

Schlagworte


Marginaler Mensch, Migrant

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