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Zwischen kulturpolitischem Kalkül und theologischem Interesse: Die Ehrenpromotion von Nichifor Crainic an der Universität Wien

Karl W. Schwarz

Abstract


Der Beitrag ist einem Kapitel aus der Geschichte der Wiener Evangelisch-Theologischen Fakultät gewidmet. Ausgehend von der Ehrenpromotion des rumänisch-orthodoxen Theologen Nichifor Crainic am 5. November 1940 durch die Wiener Universität rückt das Selbstverständnis der erwähnten Fakultät als Brücke zu den orthodoxen Völkern im Südosten Europas in den Mittelpunkt. Die von Dekan Gustav Entz initiierte Auszeichnung betraf einen Exponenten der NS-Deutschland-orientierten rumänischen Regierung, der 1940/41 auch als Propagandaminister der Regierung Antonescus angehörte.

Als einen weiteren Verbindungsmann zwischen Wien und der Orthodoxie wird der an der genannten Wiener Fakultät habilitierte Theologe und Osteuropahistoriker Hans Koch benannt, der als Herausgeber der einschlägigen Zeitschrift „Kyrios“ die Vorgänge in der orthodoxen Welt analysierte. Er und Dekan Entz brachten die kulturpolitische Bedeutung der Stadt Wien mit ihrer Universität und der dazu prädestinierten Evangelisch-Theologischen Fakultät zum Ausdruck. Es gelang, einzelne Stipendiaten für Wien zu gewinnen, nicht aber eine wirkungsvolle Etablierung eines fachspezifischen Lehrangebotes.


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© 2020 Zeitschrift für Balkanologie (ISSN 0044-2356) Gefördert durch DFG Harrassowitz Verlag Logo